Klimaschutz bei der Stadt

Klimaschutz bei der Stadt

Eine landkreisweite Klimaschutzstrategie wurde 2015 mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept des Landkreises Ludwigsburg entwickelt. Darin enthalten sind auch konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen für Gerlingen.

Als besonders entscheidend für Gerlingen hat sich dabei das kommunale Energiemanagement sowie die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung herausgestellt. Basierend auf den Vorgaben des Kreisklimaschutzkonzeptes und den eigenen Ansprüchen haben sich daraus die in der Abbildung dargestellten übergeordneten Ziele für den Klimaschutz (756,9 KB) ergeben.

Die Stadt als Vorbild

Bisheriges Engagement

Die Stadt selbst verfügt über Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Breitwiesenschule, der Schwimmhalle und des Familienzentrums. Insgesamt wird auf städtischen Liegenschaften knapp 140 Kilowatt-Peak (kWp) Sonnenstrom erzeugt. Auf dem Neubau der Realschule wird eine Photovoltaikanlage mit zusätzlich ungefähr 150kWp geplant, womit die städtische Solarstromleistung künftig verdoppelt wird.

Darüber hinaus betreibt die Stadt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 180 Kilowatt (kW). Das angeschlossene Nahwärmenetz versorgt diverse öffentliche Gebäude mit Wärme, beispielsweise das Rathaus, die Stadthalle, das Schulzentrum und die Schwimmhalle.

Allein mit diesem BHKW werden jährlich circa 333 Tonnen CO2 eingespart. Durch ein eigenes Energienetz wird der produzierte Strom aus dem BHKW sowie der Photovoltaikanlagen auf der Schwimmhalle und zukünftig der Realschule in den öffentlichen Gebäuden der Innenstadt optimal genutzt.

Im Familienzentrum wird eine Eisspeicheranlage in Kombination mit Solarthermie betrieben. Zudem kommen in einigen Gebäuden, zum Beispiel der Feuerwehr, Wärmepumpen in Kombination mit Spitzenlastkesseln zum Einsatz.

Bei der neuen Sporthalle der Breitwiesenschule wird die die Stadt auf klimaschädliche Kältemittel verzichten und die Halle stattdessen mit Wasser kühlen.

Auch im Rahmen der Lokalen Agenda 2021 engagiert sich Gerlingen bereits seit vielen Jahren für eine Nachhaltige Entwicklung.

Dabei beschäftigt sich der Arbeitskreis Energie, wie der Name schon verrät, mit allen Aspekten rund um das Thema Energie. Neben einzelnen Aktionen bietet der Arbeitskreis kostenlose Energie-Sprechstunden an. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich in dieser Erstinformation einen Überblick und wichtige Tipps im Bereich Energie und Sanierung holen.

Seit April 2021 betreibt die Stadt ein eigenes kommunales Klimaschutzmanagement. Hier sollen die Maßnahmen aus dem Kreisklimaschutzkonzept koordiniert und umgesetzt werden.

Die Stadt Gerlingen ist Mitglied des europäischen Netzwerkes Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder | Alianza del Clima e.V. (Webseite), dessen Ziel neben weiteren die Reduzierung aller klimaschädigender Gase ist.

Kommunales Energiemanagement

Die Stadt Gerlingen verfügt bereits über Grundstrukturen im kommunalen Energiemanagement (KEM). Diese sollen im Rahmen des Klimaschutzmanagements nun ausgebaut und intensiviert werden. Ziel ist es, kurz- und mittelfristig den Wärme- und Strombedarf kommunaler Liegenschaften zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen.


Klima und Wald

Ungefähr 47% der Gerlinger Gemarkungsfläche sind Wald. Damit ist der Waldanteil in Gerlingen deutlich höher als im Bundes- und Landesdurchschnitt (32 % bzw. 38%, Stand 2014 nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft). Gerlingen ist die Gemeinde mit dem höchsten Waldanteil im Landkreis Ludwigsburg.

Wald und Klimaschutz

Bäume produzieren nicht nur Sauerstoff, sondern binden auch CO2 und fungieren so als Kohlenstoffsenke. Dazu muss der Zuwachs allerdings die Nutzung übersteigen. Weiterhin sollte kein Naturwald durch Nutzwald ersetzt werden, da dieser weniger CO2 bindet.

Mit Holz bietet der Wald einen nachwachsenden Rohstoff, der andere Rohstoffe mit schlechterer CO2-Bilanz, wie Beton, ersetzen kann. Bei einer nachhaltigen Wirtschaftsweise benötigt die Holzproduktion deutlich weniger Prozessenergie als beispielsweise die Betonherstellung, sodass ein Holzhaus gegenüber einem Steinhaus bis zu 50% Treibhausgase einsparen kann.

In Holzprodukten wird dauerhaft CO2 gespeichert und bei der Verbrennung nur so viel CO2 freigesetzt wie gespeichert wurde. Zudem wird durch neue jährliche Anpflanzungen der Entzug von CO2 aus der Atmosphäre gefördert, auch weil junge Bäume mehr CO2 binden als alte.

Wald und Klimawandel

Der Wald ächzt bereits jetzt unter dem Klimawandel. Extreme Hitze, Dürre oder Stürme suchen ihn immer häufiger oder über längere Perioden heim. Der so geschwächte Wald wird anfälliger für Schädlinge und Waldbrände, wodurch große Schäden entstehen können. Mit seinem sehr komplexen Ökosystem reagiert der Wald auch nur träge auf Veränderungen.

Welche Auswirkungen der Klimawandel also genau auf den Wald haben wird, lässt sich noch nicht exakt abschätzen. Langfristig muss der Wald klimarobust umgebaut werden, wobei insbesondere eine gute Durchmischung angepasster Arten entscheidend ist.

Wald und Klima in Gerlingen

Auch in Gerlingen und im Landkreis Ludwigsburg beschäftigt man sich intensiv mit der Funktion des Waldes als Klimaschützer und dem Ziel, den Wald an den Klimawandel anzupassen. Die Stadt wurde diesbezüglich im April 2021 bereits mit einer Douglasienpflanzaktion aktiv.

Im Gerlinger Stadtwald gibt es zudem ein paar kleine Testflächen, bei denen neue Baumarten hinsichtlich der Anpassung des Waldes an den Klimawandel getestet werden. Dazu gehören die Atlaszeder, die Libanonzeder, die Schwarzkiefer und die Baumhasel. Diese Baumarten könnten, neben der Eiche als Hoffnungsträgerin, wichtige Alternativen sein, da sie trockenresistent aber auch winterhart sind.

Unter der Annahme bundesdurchschnittlicher Werte kompensiert beziehungsweise fixiert der Gerlinger Stadtwald ungefähr 6.120 Tonnen CO2. Damit fixiert der Wald die Treibhausgasemissionen von circa 1.700 GerlingerInnen bei einer Annahme von 3,6 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr ohne Verkehr (Quelle: Klimaschutz-Steckbrief der Stadt Gerlingen 2019, Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH). Aus diesem Grund sind der Erhalt und die Anpassung des Waldes enorm wichtig. Es gilt, den Wald als Naherholungsgebiet und Klimaschützer zu schätzen und zu schützen.


Kontakt

Frau Alexandra Graf

Klimaschutzmanagerin

Rathausplatz 1
70839 Gerlingen
Telefon (0 71 56) 2 05-83 01
Raum 301