Rückblick auf vergangene Aktionen und Veranstaltungen
27.01.2026: Get Shorties Lesebühne & Band „Different Paul“
Am 27. Januar 2026 veranstalteten die Volkshochschule Gerlingen und die Stadtbücherei Gerlingen einen schwungvoll-amüsanten Abend mit der Get Shorties Lesebühne. Die abwechslungsreiche Lesung der vier Autorinnen und Autoren Dorothea Böhme, Regine Bott, Ingo Klopfer und Volker Schwarz wurde musikalisch begleitet von zwei Mitgliedern der Folk-Band „Different Paul“ an Gitarre und Akkordeon mit selbstgeschriebenen und kurz erläuterten Songtexten. Die gelungene Veranstaltung mit einer Mischung aus Musik, Literatur, Kabarett und Comedy begeisterte die knapp 70 Besucherinnen und Besucher.
Lesung mit Dorothea Böhme, Regine Bott, Ingo Klopfer und Volker Schwarz
„Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere mittlerweile schon traditionelle Januar-Lesung wieder bis auf den letzten Platz besetzt ist“, so Carolin Renn, stellvertretende Leiterin der vhs Gerlingen, die die Gäste gemeinsam mit Annette Maucher, Leiterin der Stadtbücherei, begrüßte. Die Kooperation der vhs mit der Stadtbücherei ist ein wahres Erfolgskonzept und so mancher Gast besuchte bereits mehrere der angebotenen Lesungen.
Die Get Shorties Lesebühne denkt, hinterfragt und schreibt seit 25 Jahren. Die Autorinnen und Autoren schreiben für jede Veranstaltung auf ihrer „Stammbühne“ im Merlin in Stuttgart jeden Monat neue Texte. „Wir sind Vielschreiber und Schnellschreiber“, so Ingo Klopfer, Gründer und Frontmann der Get Shorties. Er führte als Moderator durch den abwechslungsreichen Abend und präsentierte seine Kurzgeschichte „Sätze meiner Kindheit – Wie der Vater so der Sohn“.
Darin stellte er alltägliche und allseits bekannte Sätze seines Vaters auf den Prüfstand und führte sie ad absurdum: Ob „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, „weil ich das so sage“ oder man vom zu häufigen fernsehen „viereckige Augen“ bekommt. In fast jedem vorgetragenen Satz wurden bekannte Glaubenssätze zitiert und man ertappte sich dabei, sie manchmal schon selbst weitergegeben zu haben, ohne sie genauer zu hinterfragen.
Sehr eindrücklich geschildert war die Kater-Kurzgeschichte „Mein Jahr mit Roderich“ von Volker Schwarz. „Gäste haben wir nur noch selten“ – allein dieser Satz aus seinem Tagebuch ließ tief blicken und so manche unvorhergesehene Wendung der Geschichte und jede neue unverblümte Formulierung sorgte für ungläubiges Gelächter im Publikum nach dem Motto: „Hat er das gerade wirklich so gesagt?“
Im Rahmen einer fingierten „Magisterarbeit“ aus dem 23. Jahrhundert präsentierte Dorothea Böhme unsere heutige „Liebeslyrik“ in einem neuen Licht. So interpretierte sie „die Erzählung einer vergeblichen Liebe“ – das Lied „Schatzi, schenk‘ mir ein Foto“ – von Mickie Krause bis ins Detail und brachte die Dramatik dieser Bitte an die „namenlose“ Angebetete zum Ausdruck.
Die Frage ist wirklich: Welche von unseren heutigen Texten und Liedern werden einmal in spätere Jahrhunderte überliefert? Möglicherweise Songs der „Grande Dame der Liebeslyrik“ Helene Fischer, oder die „detaillierte Sprachkunst“ von Andreas Gabalier? Eine urkomische Annährung an die vielfältigen Phänomene unserer Zeit.
In einem weiteren hochliterarischen Text plauderte Regine Bott aus dem Nähkästchen ihrer Erfahrungen als Buchhändlerin. So hat sie „ihre eigene Spürnasenmethode entwickelt“, um herauszufinden, welches Buch eine Kundin oder eine Kundin wirklich sucht. „Haben Sie dieses dicke Buch mit dem gelben Umschlag?“ Hier konnte jedoch nur ein Kunde weiterhelfen, dem sie vorher erfolgreich sagen konnte, welches Buch er finden möchte. „Nazis in Dortmund“, war es nämlich nicht, sondern vielmehr „Narziss und Goldmund“ … aber zumindest wusste er, dass es sich bei dem dicken Buch mit dem gelben Buch um das Telefonbuch handelte!
„Wissen Sie eigentlich, was ich tagtäglich durchmache?“ Ja, wir können es jetzt erahnen und wünschen ihr, dass sie ihre „Oase der Stille“ ganz oft genießen kann – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich wieder jemand nach dem „Kapital“ von Karl May erkundigt …
Zusammen mit der Band „Different Paul“ und ihren melancholisch-schönen Songs freuen sich alle „wenn der Schnee schmilzt, denn das heißt, dass der Frühling kommt“ (The Greatest Kisser). Bis dahin „scrollen“ wir noch ein bisschen hoch und runter, wenn es gestern mal wieder bei einem Wein etwas später geworden ist (With Wine It Had Gone Late).
Spät geworden ist es auch bei der Lesung in der Stadtbücherei – ein rundum gelungener Abend der Get Shorties Lesebühne und der Band „Different Paul“ vor einem begeisterten Gerlinger Publikum. Vor der Lesung und in der Pause sorgte die Café-Bar Maraz mit Getränken für Erfrischung und die Autorinnen und Autoren signierten anschließend ihre Bücher.
17.11.2025: Inklusionstheater "Erbse und Bohne" begeisterte Groß und Klein
Am 17. November 2025 verwandelte sich der dritte Stock der Stadtbücherei in einen lebendigen und fröhlichen Theatersaal. Das Theater Inklusiv Ludwigsburg e. V. war zu Gast und sorgte mit seinem Stück für beste Unterhaltung. Die Darsteller, die als Clown „Erbse“, gespielt von Gabriele Sponner, und Clown „Bohne“ alias Mathias Bohnet auftraten, boten ein fantasievolles und lustiges Programm, das sowohl Kinder als auch Erwachsene in seinen Bann zog.
Glockenklänge, Spielmusik und herzhaftes Kinderlachen
Bereits um 16:15 Uhr, als die Türen geöffnet wurden, strömten die Besucherinnen und Besucher in den dritten Stock. Über 40 Menschen, Kinder wie Erwachsene, nahmen dort vor der aufgebauten Bühne Platz. Die Kinder wirkten spürbar aufgeregt und voller Vorfreude, denn ein Clownstheater so nah vor sich zu haben, ist für viele ein besonderes Erlebnis. Nach einer kurzen Begrüßung durch Stadtbücherei-Leiterin Annette Maucher verdunkelte sich wenige Sekunden später der Raum und das Theater begann.
Sobald „Erbse“ und „Bohne“ auf die Bühne traten, war die Stimmung gelöst. Schon bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt erfüllte herzhaftes Kinderlachen den Raum. Glockenklänge, Spielmusik und verschiedenste Holzinstrumente begleiteten das Geschehen. Musiker Albrecht Fendrich verlieh dem Stück eine lebendige, beinahe magische Atmosphäre. Vor allem die Fangspiele der beiden Clowns sorgten für Begeisterung. Mit körperlichen Einsatz jagten sich Erbse und Bohne über die Bühne und fingen sich mit einem Eierkarton - ein Moment, der das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Auch die Erwachsenen konnten sich an vielen Stellen ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Besonders die aktive Einbindung der Kinder machte das Stück zu einem gemeinsamen Erlebnis. Immer wieder flüsterten und riefen die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer Hinweise, halfen beim Mitdenken oder unterstützen die Figuren mit kleinen Zurufen. Ein Höhepunkt war das Bauen eines Schlosses für Clown Bohne, das mit viel Fantasie und spielerischem Handeln umgesetzt wurde. Als das Publikum schließlich auch noch eine Krone für Bohne finden sollte, beteiligten sich die Kinder voller Eifer. Die anschließenden Wortspiele sowie die humorvolle Darstellung eines kleinen Königreichs, in dem Bohne zum König und Erbse zu seiner Dienerin wurde, kamen ebenfalls außerordentlich gut an.
Lustige Momente entstanden auch, als das Publikum mehrfach Erbse daran erinnerte, ihre Brille nicht zu vergessen - ein immer wiederkehrendes Detail, das die Kinder mit großem Vergnügen verfolgten. Danach las Erbse eine Geschichte über einen König vor, wobei das Publikum erneut tatkräftig unterstützte.
Nach rund 45 Minuten endete das Stück mit großem Applaus. Mehrere Minuten lang klatschten die Zuschauerinnen und Zuschauer und gratulierten den beiden Schauspielern herzlich. Die fröhliche Stimmung hielt noch an, als das Licht wieder anging und die Besucherinnen und Besucher langsam, aber gut gelaunt, den Raum verließen. Viele wünschten sich schon beim Hinausgehen eine Wiederholung - ein schönes Zeichen dafür, wie gut das Inklusionstheater ankam.
Neben der gelungenen Vorstellung wurde auch fleißig gespendet, wofür die Veranstalter ihren Dank aussprachen. Ein zusätzlicher Dank gilt auch der Stiftung der Kreissparkasse Ludwigsburg für die großzügige Förderung.
Mit seinem Mix aus Humor, Musikalität und Einbindung des Publikums stellte das Stück „Erbse und Bohne“, bei dem Bernd Köhler Regie führte, eindrucksvoll unter Beweis, wie bereichernd auch alternative Theaterformen sein können.
Oktober 2025: Klassenlesungen im Rahmen der Frederick Woche
Zwei Vormittage voller Fantasie und Abenteuer: Die Autorin Julie Leuze stellte zwei ihrer aktuellen Kinderbücher vor und entführte die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer in faszinierende und zauberhafte Welten. Mit ihrer lebhaften Erzählweise und den farbenfrohen Figuren, die via Beamer gezeigt wurden, gelang es Leuze mühelos, ihre Zuhörerschaft in den Bann ihrer Geschichten zu ziehen.
Die Lesungen machten Lust auf Lesen
Für die 3. Klassen der Pestalozzischule las die Autorin aus „Anderwald“ vor. In der Geschichte wurden die Kinder mit in den geheimnisvollen Anderwald genommen, wo sie gemeinsam mit Hauptfigur Fiona das Rätsel der geheimnisvollen Silberwölfin lösen durften.
Zwei Tage später stellte Julie Leuze den 2. Klassen der Breitwiesenschule das Buch „Kalli Wüstenmucks“ vor. Die Zuhörerinnen und Zuhörer tauchten in die Welt von Kalli und Leo ein und lachten über die witzigen Dialoge, die die Autorin herrlich frisch pointierte.
Nach jeder Lesung beantwortete Julie Leuze viele neugierige Fragen zur Entstehung der Geschichten und ihrem Leben als Autorin. Die Lesungen waren für die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer eine inspirierende Begegnung und machten Lust, nicht nur auf mehr spannende Lesestunden mit den Geschichten von Julie Leuze, sondern auch auf das Lesen allgemein.
Staatssekretär Volker Schebesta MdL hat zum Auftakt der diesjährigen Frederick-Tage sehr treffend gesagt: „(Vor-)Lesen macht Freude und ist eine Bereicherung. Gleichzeitig wird der Grundstein für erfolgreiches Lernen gelegt.“
Die Begegnung mit einem Autor oder einer Autorin ist eine interessante Sache, die jedem Kind ermöglicht werden sollte. Aus diesem Grund organisiert die Stadtbücherei für die Grundschulen die Lesung.
Mit der finanziellen Unterstützung der Bürgerstiftung Gerlingen, dem Friedrich-Bödecker-Kreis e. V. sowie einem Beitrag aus der „Elternkasse“ beider Grundschulen tragen alle dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung in einem kleineren Rahmen in der Stadtbücherei erleben können.
20.09.2025: Rückblick Blind Date – Gewinnerin Dorothea Hesse
In der Stadtbücherei Gerlingen wurde wieder die beliebte Sommeraktion „Blind Date mit einem Buch“ angeboten. Mehr als 60 Bücher waren hübsch eingepackt und wurden insgesamt über 50 Mal ausgeliehen!
Ausstellung der Bücher der "Blind Dates"
Dieses Jahr gab es als Anreiz für das Ausfüllen der Feedback-Zettel zwei Eintrittskarten zur Verlosung!
Die Auslosung fand Ende September 2025 statt. Wir freuen uns sehr, dass Dorothea Hesse unter den 33 Rückmeldungen gezogen wurde. Der Gewinn ist ein Gutschein für zwei Personen für eine Veranstaltung in der Stadtbücherei. Nun fällt die Entscheidung schwer: Entscheidet sich die Gewinnerin für den Rilke-Abend mit Ernst Konarek? Oder für Maria Nikolai mit der Neuerscheinung „Little Germany"? Wir sind gespannt!
Im Oktober 2025 gibt es die Bücher der Aktion „Blind Date“ unverpackt als Ausstellung inklusive der Feedbacks.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
10.05.2025: Comic-Fieber in der Bücherei
Beim Gratis-Comic-Tag am 10. Mai 2025 war die Stadtbücherei voller Leben. Kinder und Jugendliche konnten aus vielen aktuellen Comics wählen und sich ihre Favoriten kostenlos mitnehmen. Das Angebot kam super an, viele haben gleich mit dem Schmökern losgelegt!
Gratis-Comics übrig!
Ein echtes Highlight war der Cartoon-Zeichen-Workshop mit Vladimir Novikov von der Toon School. Er zeigte den Kindern, wie sie mit ein paar einfachen Schritten ihre eigenen Cartoons zeichnen können. Alle waren so konzentriert und begeistert dabei, dass die Zeit wie im Flug verging.
Ein wirklich gelungener Tag mit vielen fröhlichen Gesichtern. Ein großes Dankeschön, dass so viele dabei waren!
Wer den Comic-Tag verpasst hat, kann sich trotzdem freuen: Es sind noch ein paar Gratis-Comics übrig, die weiterhin in der Bücherei ausliegen.
Außerdem lohnt sich ein Abstecher in den dritten Stock: Dort läuft aktuell eine kleine Comic-Ausstellung mit vielen tollen Titeln zum Ausleihen. Reinschauen lohnt sich!
28.04.2025: Märchen mit Musik – eine attraktive Kombination
Bei dem Märchenabend „Herzrosen und Rosenrot“ drehte sich diesmal alles um die Rose. Es war beeindruckend, wie viele Märchen und auch Lyrisches die ausgebildete Märchenerzählerin Petra Horter über die Rose zusammengetragen hat. Sie leitete den Abend mit dem Gedicht „Von den heimlichen Rosen“ von Christian Morgenstern ein und erklärte mit der Legende „Die Erschaffung der Rose“ den Ursprung der Rose. Aus Portugal trug sie das Märchen „Das Zauberschloss“ vor und ein weiteres mit dem Titel „Die blaue Rose“ aus dem fernen China.
Petra Horter und Flavius Wagner zogen die ZuhörerInnen in Bann
Natürlich durfte der Klassiker „Jorinde und Joringel“ der Gebrüder Grimm nicht fehlen und wurde mit dem eher unbekannten „König Lindwurm“ aus Schleswig-Holstein ergänzt. Einfühlsam, mit geschulter Stimme verzauberte sie die Zuhörerinnen und Zuhörer. Damit ist aber nur ein Teil der ausgewählten Texte hier genannt.
Mit der musikalischen Begleitung von Flavius Wagner, Lehrer für Gitarre an der Jugendmusikschule Gerlingen, erlebten die Zuhörer ein weiteres Highlight. Er wählte Kompositionen unter anderem von J. S. Bach, Manuel M. Ponce oder auch von F. Moreno-Torrobba aus, die das eben Gehörte nachklingen ließen. Märchen und Musik ergänzte sich wunderbar.
Ein herzliches Dankeschön geht den Stuttgarter Märchenkreis e. V. und an die Jugendmusikschule Gerlingen für die tolle Zusammenarbeit.
25.02.2025: Genuss, Geschichte, große Gefühle
Literatur, Schokolade, ein Gläschen Sekt, Musik und Bilder – dieses bunte Menü aus verlockenden Zutaten ist am 25. Februar im Sitzungssaal des Rathauses serviert worden. Die Stadtbücherei hat in Zusammenarbeit mit dem Weltladen zur Lesung mit Bestsellerautorin Maria Nikolai eingeladen. Im Zentrum des Abends: der im Stuttgart der 1920er Jahre spielende Roman "Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre".
Lesung von Maria Nikolai lockte viele Besucherinnen und Besucher
Nach allem, was wir Normalmenschen über die Zeit wissen, verläuft sie nur in einer Richtung. Umso schöner, dass wir dank Schriftstellern wie Maria Nikolai einen Blick zurückwerfen können. Mit ihrer Lesung ist sie auf riesiges Interesse gestoßen. Deswegen, erzählt Büchereileiterin Annette Maucher, sei man erstmals auf den Sitzungssaal des Rathauses ausgewichen. Gemeinsam mit Brigitte Meier, die mit ihrem Team und den Köstlichkeiten des Weltladens gewissermaßen für die „Schokoladenseite“ der Veranstaltung sorgt, begrüßt sie Gäste und Autorin.
Beruf: Bestseller-Autorin
Deren Erfolg ist hart erarbeitet. Schon seit 2007 hat die Mittfünzigerin Bücher veröffentlicht, unter anderem "Geliebte Kinder: Das Leben der Dichtermutter Charlotte Dorothea Mörike". Dieses Werk wurde zwar nicht zum Bestseller, steht dafür aber in den Bibliotheken so renommierter Universitäten wie Princeton oder Cambridge.
An ihrer Idee der Schokoladenvilla, plaudert Maria Nikolai aus dem Nähkästchen, hätten dann aber gleich vier Verlage Interesse gezeigt: „Und Penguin hatte klar das beste Angebot“, sagt sie. Mit dem Erscheinen des ersten Bandes der Schokoladenvilla-Trilogie 2018 wechselt Maria Nikolai endgültig ins historische Romanfach. Und lebt inzwischen vom Schreiben.
Der erste Band schlägt gleich so gut ein, dass das Buch schon in den Bestsellerregalen der Buchläden und auf der Spiegel-Bestsellerliste landet - wie eine Freundin ihr per Beweisfoto mitteilt - als die Autorin gerade zu ihrer allerersten Lesung in den Schwarzwald fährt. Inzwischen hat sich der Zyklus rund um die "Schokoladenvilla" mehr als eine halbe Million Mal verkauft und ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Die Bücherei hat Band 1 seither immerhin 57 Mal verliehen.
Worum es in Band 2 der Trilogie geht, das lässt Maria Nikolai nun anhand von Fotografien, die per Beamer auf die Leinwand projiziert werden, und mithilfe kleiner Ausschnitte und Episoden aus dem Buch sowie Musik im Schummerlicht des Sitzungssaals lebendig werden. Es ist die Zeit der Roaring Twenties, der Goldenen Zwanziger Jahre. Die Frauen legen ihre Korsette ab, tragen Kurzhaarfrisuren, fahren Auto, gehen arbeiten und haben das Wahlrecht erkämpft. Es ist die Zeit der Tanztees, des Charleston und neuer Freiheiten in der Liebe.
Aber bitte mit Schokolade
Wir sind im Stuttgart des Jahres 1926: Die junge, abenteuerlustige Serafina zieht zu ihrem Halbbruder Victor in dessen prächtiges Degerlocher Familienanwesen, das alle „die Schokoladenvilla“ nennen. Die Rothmanns sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für ihre Schokoladenkreationen.
Mit Haut und Haar stürzt Serafina sich in die Verlockungen der aufregenden neuen Zeit. Als sie Anton kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Das Schokoladenimperium der Rothmanns wird derweil durch Sabotageakte bedroht – und Serafina von einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit eingeholt.
Was den historischen Roman gerade für LeserInnen aus der Stuttgarter Region interessant machen dürfte, ist das geballte Lokalkolorit. Nicht jeder weiß vielleicht, dass Stuttgart seinerzeit tatsächlich eine Hochburg der Schokoladenherstellung war. Mit Firmen wie Moser-Roth, Waldbaur, Eszet, Ritter und anderen.
Doch jeder kann etwas mit der Markthalle, dem Hotel Marquardt, der Zacke oder den Motorradrennen rund um die Solitude anfangen, die in der Trilogie ebenso auftauchen wie prominente Personen, die tatsächlich damals gelebt haben.
Für viel Heiterkeit sorgt die Aussage der Autorin, dass sich „damals gerade der Hauptbahnhof im Bau befindet“. Auch vom ersten „Linienflug“ von Stuttgart-Böblingen nach Berlin-Tempelhof zeigt sie ein Foto und weiß amüsant zu berichten. Zwischengetankt werden musste damals in Halle.
Man staunt über die Aufnahmen eines Schokoladenautomaten und einer Schokoladenschallplatte und schmunzelt, als die Autorin erzählt, dass ihr Vater und sein Zwillingsbruder in manchem Vorbilder der Zwillingsbrüder Karl und Anton waren. Auch ihre Mutter habe sich zunächst in den Bruder ihres späteren Mannes verguckt...
Ohne Cliffhanger geht’s nicht
Die studierte Betriebswirtin versteht es, Interesse an ihrer Romantrilogie zu wecken und weiß, wann sie aufhören muss. Wer nun erfahren möchte, was es mit den „skandalösen Fotos“ von Serafina auf sich hat, wie es mit ihr und Anton weitergeht und warum es in der Schokoladenfabrik gebrannt hat, der wird sich das Buch – oder Hörbuch - besorgen müssen.
Übrigens: Die zum 10-jährigen Bestehen des Weltladens aufgelegte faire Gerlinger Stadt-Schokolade (Mandelnougat mit Himbeeren und Rosenblüten) passt, wie eigene Recherchen ergeben haben, ganz vorzüglich zur Lektüre von Band 1 der Schokoladenvilla.
Wahrscheinlich aber auch zu Band 2 und 3. Nächstes Jahr, am 3. März 2026, kommt Maria Nikolai erneut nach Gerlingen. Der Sitzungssaal ist schon gebucht, das neue Werk so gut wie fertig geschrieben.






