Ein Buch über Begebenheiten „Unterm Kirchturm“
Das Stadtarchiv Gerlingen verfügt noch über einen kleinen Bestand des 2006 erschienen Büchleins „Unterm Kirchturm“. Darin geht es um teils humorige, teils nachdenkliche, auf jeden Fall unterhaltsame und interessante “Geschichten aus Gerlingen um Pfarrhaus, Kirche und ein ganzes Dorf“ mit „höchst ergötzlichen Reimereien über durchaus Bedenkenswertes“, wie es die Einleitung verspricht.
100. Geburtstag von Imanuel Stutzmann
Am 9. Januar 2026 hat sich zum 100. Mal der Geburtstag des Gerlinger Lehrers und Heimatforschers Imanuel Stutzmann gejährt. Der rührige Historiker war eng mit der Stadt Gerlingen und ihrer Geschichte verbunden.
Stutzmann war Pädagoge und Orts-Historiker gleichermaßen. Ein Bürger, der sich intensiv für Gerlingen engagierte und Verantwortung übernahm, ein Ehrenamtsmensch par excellence. Für diese außerordentlichen Verdienste erhielt er viele Auszeichnungen: das Bundesverdienstkreuz 1992, die Goldene Ehrenmedaille der Stadt Gerlingen 1996 und 2006 den Ehrenring. Schmunzelnd pflegte er bei den Auszeichnungen immer hinzuzufügen, dass ihm nur die Hälfte der Ehrung zustehe, die andere Hälfte gebühre nämlich seiner ihn unermüdlich unterstützenden Ehefrau Marianne.
Bis heute ist sein Wirken in Gerlingen gegenwärtig. Viele Einrichtungen der Stadt sind eng mit dem Namen Stutzmann verbunden. Er gilt als Experte der Gerlinger Missionsgeschichte. Über die drei bedeutendsten Missionare Johannes Rebmann, Johannes Zimmermann und Wilhelm Maisch hat er umfangreiche Forschungen angestellt. In vielen Vorträgen berichtete er über dieses besondere Kapitel Gerlinger Vergangenheit. Als Initiator setzte er sich für die Rettung des Geburtshauses von Rebmann ein. Die darin eingerichtete Rebmannstube zeigt das entbehrungsreiche Leben und Wirken der Gerlinger Missionare und Missionarsfrauen. Die Rebmann Stiftung wurde von ihm mitgegründet.
1979 gehörte er zu den Mitinitiatoren des Vereins für Heimatpflege. Als Mitbegründer, langjähriges Vorstandsmitglied und zuletzt Ehrenmitglied war es ihm ein Anliegen, Heimatgeschichte lebendig zu halten und zu vermitteln. Geschichte in spannende Geschichten zu verpacken, das war ein Markenzeichen von Imanuel Stutzmann. Er war ein Mann, der sich den Menschen aufmerksam und nachsichtig zuwandte - nicht zuletzt dokumentiert in drei Büchern, sämtlich vergnügliche und informative, teils heiter-kauzige, teils nachdenkliche Ausflüge in Lokalgeschichte – wie es auch seine Stadtführungen und heimatkundlichen Vorträge waren.
Stutzmann übernahm bereits 1956 die Gerlinger Außenstelle des Kreis-Volksbildungswerks Leonberg. 1959 gründete er ein eigenständiges Gerlinger Volksbildungswerks, das die Erwachsenenbildung beispielsweise mit Sprachkursen oder Reisen zum Ziel hatte. Es war Vorläufer der heutigen Volkshochschule, deren Vorsitzender er 38 Jahre lang war.
Er leitete den Posaunen- und den Kirchenchor in Gerlingen und engagierte sich bei der Gründung des Kammerorchesters. Die Petruskirchengemeinde vertrat er als Kirchengemeinderat.
Geboren in Friolzheim zog er nach seinem Lehramtsstudium nach Gerlingen, war Lehrer und Konrektor in der Pestalozzischule, später Rektor der Schellingschule in Leonberg. Am 1. Juni 2015 starb Imanuel Stutzmann in Gerlingen.
„Unterm Kirchturm“ zum Sonderpreis erhältlich
Erhältlich ist „Unterm Kirchturm“ zum Sonderpreis von 10 Euro zugunsten der Johannes-Rebmann-Stiftung im Stadtarchiv Gerlingen (Rathaus Gerlingen, Eingang Urbanstraße) und im Stadtmuseum.


