Die fleißigen Krötenretter aus dem St. Franziskus Kindergarten
Seit rund 3 Jahren schauen die Kinder des St. Franziskus Kindergartens regelmäßig in die Straßenabläufe und Gullys im Bereich Breitwiesen. Dabei suchen sie nicht nach Spielzeug oder Süßigkeiten, sondern nach Kröten, Fröschen oder Salamandern, die bei ihrer jährlichen Wanderung in den Gully fallen.
Diese wandern jedes Jahr zum Breitwiesensee, um sich dort fortzupflanzen. Da sie sich gerne an Leitlinien, wie den Bordsteinen orientieren, kommt es oft vor, dass eine Kröte dann durch die Gitter des Gullydeckels fällt. Aus eigener Kraft können diese an den glatten Wänden nicht mehr hochklettern und verenden somit im Schacht.
Wenn da nicht die fleißigen Krötenretter aus dem St. Franziskus Kindergarten wären. Sobald es regnet, werden die Regenjacken und die Gummistiefel angezogen, um bei optimalen Bedingungen so viele Kröten zu retten, wie nur möglich.
Da das auf Dauer zeitintensiv und anstrengend ist und in den Ferien auch der Kindergarten eine Pause verdient hat, wurde die Stadtverwaltung gebeten zu prüfen, ob die Schächte mit einer vorgeschlagenen Amphibienaufstiegshilfe ausgestattet werden können.
Gemeinsame Aktion von Kindergarten, Stadtverwaltung und NABU
Gesagt, getan. Kurzerhand wurde eine gemeinsame Einbauaktion mit Helfern und Helferinnen aus dem Umfeld des Kindergartens, Mitarbeitern des Bauhofes und des Ordnungsamtes, dem Grünplaner der Stadt Gerlingen sowie dem NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) geplant und Mitte Juni 2026 durchgeführt.
Bei schönstem Froschwetter haben sich alle gemeinsam die Hände schmutzig gemacht und insgesamt fast 30 Schächte mit der Amphibienaufstiegshilfe ausgestattet, sodass die Erdkröten, Feuersalamander und auch manche Mäuse wieder selbstständig aus den Schächten emporklettern können, um ihr Reiseziel möglichst sicher zu erreichen.
Während die großen Helfer und Helferinnen sich um den Einbau der Aufstiegshilfen kümmerten, fingen die vielen kleinen Hände die noch jungen Kröten und brachten sie sicher an den Waldrand. Passend dazu gab es Kekse in Froschform und Infomaterialien. Manchmal kann Artenschutz so einfach sein.
Ob die eingebauten Aufstiegshilfen gut funktionieren, wird man erst im nächsten Jahr richtig feststellen können, wenn sich die Kröten erneut auf den Weg zum Breitwiesensee machen.
Die Stadtverwaltung bedankt sich bei Hausleitung Frau Seruga sowie allen großen und kleinen Artenschützerinnen und Artenschützern für den Einsatz und die Initiative.


