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Die Bäume auf dem Schlossberg

Am 06. März 1871 wurden aus Anlass des Friedensschlusses nach dem deutsch/französischen Krieg und als Erinnerungszeichen an die Gründung des Deutschen Kaiserreiches drei Bäume von den bürgerlichen Kollegien zu Gerlingen (Gemeinderat und Bürgerausschuss) gesetzt: eine Kaisereiche, eine Friedenslinde und eine Einheitslinde. Ringsherum wurden kleine Fichten gepflanzt, die als treue Wächter um die Bäume stehen sollten. In mehreren Gemeinden von Württemberg wurden aus diesem Anlass Bäume gepflanzt.

Auf dem Schlossberg stand früher die Burg der "Herren von Gerringen". Dieses Adelsgeschlecht hat wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts die Burg mit Namen "Richtenberg" mit Wall und Graben erbaut. Im Krieg der Städte gegen die württembergischen Grafen im Jahre  1311 wurde die Burg zerstört.

Die Eiche wurde gepflanzt zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. (geboren 1797, gestorben 1888). Er wurde kurz vor Ende des deutsch/französischen Krieges am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt. Die bisher unabhängigen Einzelstaaten wurden zu einem Deutschen Reiche vereinigt.

Die beiden Linden wurden nach dem württembergischen Königspaar Karl und Olga benannt. König Karl (geboren 1823, verstorben 1891) regierte das Königreich Württemberg als dritter König ab 1864. 1846 heiratete  er in Petersburg die Tochter des russischen Zaren Nikolaus, Olga (geboren 1822, gestorben 1892). In Stuttgart erinnert heute noch der Karlsplatz, das Karlsgymnasium und das Karl-Olga-Krankenhaus an das Königspaar.

Durch den Sturm "Lore" wurde in der Nacht vom 27. auf 28. Januar 1994 eine der beiden Linden entwurzelt. Sie hatte eine Höhe von 14 m und einen Stammdurchmesser von über 70 cm erreicht. Der Sturm "Lothar" entwurzelte um die Mittagszeit des 26. Dezember 1999 die zweite Linde, sodass nunmehr nur noch die Eiche steht.

Vor einigen Jahren wurden in Gerlingen zwei Linden gepflanzt: am 17. November 1979 eine Friedenslinde am Platz bei der Gazelle an der Hauptstraße/Obertorstraße zum Gedenken an die Kriegstoten und als Mahnung zum Frieden unter den Völkern und am 3. Oktober 1990 eine Einheitslinde aus Anlass der Wiedervereinigung Deutschlands nach 41jähriger Teilung auf dem Kelterplatz vor der Petruskirche.

Änderungsdatum 15.03.2007 09:12
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