Gerlingen Stadtwald

Landrat und Bürgermeister setzen Douglasien

Landrat Allgaier und Bürgermeister Oestringer setzen Douglasien im Gerlinger Stadtwald
Landrat Dietmar Allgaier und Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer. In der zweiten Reihe von links Dr. Michael Nill, Leiter des Landratsamt-Fachbereichs Wald, der städtische Waldarbeiter Anselm Röhrl und Simon Walz, Revierleiter des Landratsamt-Fachbereichs Wald

Mehrere Douglasien haben Landrat Dietmar Allgaier und Bürgermeister Dirk Oestringer kürzlich im Gerlinger Stadtwald gemeinsam gesetzt. Die Baumpflanzungen sind Teil der Aufforstung einer etwa 0,15 Hektar großen Freifläche in einem Fichtenbestand. Die Freifläche ist durch den Borkenkäfer und den Sturm „Sabine“ im Februar 2020 entstanden. Nun wird sie mit rund 150 Douglasien aufgeforstet.

Für die Aufforstung fiel die Wahl auf die Baumart Douglasie, weil sie eine auf passenden Standorten sehr klimastabile Baumart ist. Zudem stellt sie einen wichtigen Bestandteil im Baumartenmix des Gerlinger Stadtwaldes und des Landkreises dar, da die Douglasie eine der wenigen Nadelbaumarten ist, die aufgrund der Klimaveränderung bis zum Jahr 2100 für den Landkreis überhaupt noch in Frage kommen.

Die Bedeutung der Douglasie liegt in der Bereitstellung von hochwertigem, vielfach insbesondere im Konstruktionsbereich (Hausbau etc.) verwendbaren Holz. In diesem für die langfristige Kohlendioxid-Speicherung in Holzprodukten wichtigen Sektor kann sie somit den klimabedingten Ausfall der Baumarten Fichte und Tanne teilweise ersetzen.

„Um eine optimale auf Klimastabilität ausgerichtete Behandlung der Douglasien sicherzustellen, hat unser Fachbereich Wald ein spezifisches Konzept zum klimagerechten waldbaulichen Umgang mit Douglasien entwickelt, das die prognostizierten Verhältnisse im Jahr 2100 im Landkreis Ludwigsburg berücksichtigt. Der neu angelegte Douglasien-Wald wird gemäß diesem Konzept bewirtschaftet – das ist gut und sinnvoll“, stellte Landrat Dietmar Allgaier bei der Pflanzung fest.

„Für unseren Gerlinger Stadtwald wünschen wir uns explizit die Einbringung klimastabiler Baumarten, wie die Douglasie. Den Anteil an Nadelbäumen möchten wir aktiv halten (derzeit sind 15 Prozent Nadelbäume, davon etwas weniger als 2 Prozent Douglasien). Der Erhalt der Nadelbäume dient unter anderem der ökologischen Rohstoffversorgung der heimischen Sägewerke und Holzbaubetriebe“, sagte Bürgermeister Dirk Oestringer.

Im Schnitt der vergangenen Jahre wurden im Gerlinger Stadtwald jedes Frühjahr zwischen 3.000 und 6.000 Bäume gepflanzt. Bei den Pflanzungen im rund 800 Hektar großen Stadtwald werden inzwischen überwiegend Topfpflanzen verwendet, da diese vor allem in trockenen Frühjahren deutlich besser anwachsen. Die Topfpflanzen werden mit einem patentierten Pflanzsystem gesetzt, das ein Pfandsystem für die Pflanztöpfe und einen besonderen ergonomischen Pflanzvorgang mit Hilfe eines Spezialspatens umfassen.

Die langfristige Speicherung von Kohlendioxid in Holzprodukten bildet den sogenannten Produktspeicher und damit eine der drei Säulen der Kohlendioxid-Bindung durch naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft. Die beiden anderen Säulen sind die Speicherung von Kohlendioxid in lebenden Bäumen und im Waldboden sowie die Substitution von Produkten, beispielsweise Beton, deren Herstellung ein Vielfaches an Kohlendioxid erzeugt. Ausgerichtet an den Zielsetzungen der Waldbesitzerin Stadt Gerlingen und den standörtlichen Gegebenheiten soll die klimastabile und wertschaffende Baumart Douglasie in den bestehenden Mischwald eingebracht werden.

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