Die Memoralien - die Bittschriften

Die Memoralien - die Bittschriften

Schon zu Lebzeiten des Herzogs zugunsten Hohenheims vernachlässigt, kam die Solitude in den napoleonischen Kriegsjahren herunter. Die vorbeiziehenden Landleute verstärken den Eindruck eines unbehausten Baus.

Die Memoralien, die Bittschriften, wurden meist in Leonberg in der „Statt- und Amtsschreiberey" gegen Bezahlung verfasst und geschrieben. Auszüge aus den Unterlagen seien hier wiedergegeben:

Wohllöbl. Stattschreiberey hat hießiger Commun 2 Unterschrifftl. memorialien verferttiget, worinnen die Commun gebetten
1. sie mit der Abbrechung eines Wildzaunes bei einer Waldung von 100 morgen nah beim Bruderhauß gnädigst zu verschonen...
2. wurde bei Übergebung obigen Memorials alldenen Communvorsteher zu erkennen gegeben, wie Sie dieses Memorial einigermaßen ab ändern und immediate (sofort) an Serenisimum Selbsten dirigieren sollen ...

Diese kosteten l f 15 x.
Aus den „Verdienstzetteln" des Schultheißen und der Burgermeister kann man auch ersehen, wie sich die Anfertigung und Überbringung vollzogen.
So schreibt der Burgermeister Michael Gänßle am 3. September 1774 auf:
Weilen ich Se. Herzogl. Durchlaucht auf der Solitude nicht Mehr angedroffen habe Mußte ich Mit obigem Memorial zu Sr. Herzogl. Durchlaucht auf Ludwigsburg, zugebracht 1 Tag, Taggegeld und Imbis 48 x.
20. May 1774 Must auf gerichti. Vodiren am Fest der Himmelfahrt mit unsrem Herrn Pfarrer auf die Solitude, um all dort Ihro Durchlaucht Ein Memorial wegen unserem Kirchhof zu übergeben ...

Burgermeister Jacob Eberhard:
Den 14. Juny 1771 Mußte ich mit ei nem Memmoriale nacher Ludwigs burg gehen zu Ihrer Herzogl. Durch laucht in die audiens wegen denen Burgerüchen Holzgaben. Versäumt l Tag 24 x, vor den Empis 24 x.

Verdienstzettel des Burgermeisters Christoph Bockels:
Müße mit H. Schultheiß in Löbl. Stattschreiberey Leonberg wegen deß Solidi Kürch Hoffs Ein Mimorial machen, welches ich des ander tags in dem Hochpreißlich geheimen Rath ibergeben und rechne vor Embis und Taglohn 48 x.
8. September 1773 Mußte ich mit Hl. Schultheißen und dem Burgermei ster Rüger nacher Stuttgardt und uns bey etlichen Herrn Geheimen Ruthen auch Hochlöbl. Landschafft Befragt, weillen der ganze Wald zu Lauter Thürgärden soll gemacht werden, rechne vor Taglohn und Embis 48 x.
11. September 1773 wieder mit Hl. Schultheiß und Burgermeister Rüger nacher Stuttgardt wegen des Thür-garttens auch zugleich in Hochlöbl. Landschafft Ein geben welches auch zu gleich in Hoch preißl. Geheimen Rath gekommen, daß wir doch Verschont werden ...
23. Februar 1774 wurde ich von Herrn Pfarrer und Schultheiß mit Einem schreiben zu Herrn Geheimen Rat wegen Schriften auff Stuttgart geschickt ob um den Solitude Kürch Hoff Ein breiter zäun dürffte darum gemacht werden ...
21. April 1774 Mußt ich auf Befehl Herrn Schultheißen und Richter auf Leonberg und in löbl. Stattschreibe rey wegen des Solidie Kürch Hoffs ein Memorial verferttigen laßen ..
23. April 1774 Am Tag Georgii mit obigen Memorial auff Stuttgardt ge schickt worden und in Geheimen Rath iber geben wor ich die Rück andword bekommen in 8 Tagen wer de Befehl nach kommen Man solle Nur die Anstalt machen, Es werde nicht fehlen, versaumt 1 Tag rechne vor Embis und Taglohn 40 x.

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