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Solar-Lampen und Solar-Radios
                           als Quantensprung aus primitivsten Lebensbedingungen

                                            (Bericht aus dem Gerlinger Anzeiger vom Januar 2006)

Solarlampe In AfghanistanDer Arbeitskreis Energie unterstützt aus dem Ertrag der Altpapiersammlungen und einer Spende mit zusammen 650 Euro ein solares Entwicklungshilfeprojekt in Afghanistan.

Nur 6 % der afghanischen Bevölkerung verfügt über Strom. Im zerklüfteten Afghanistan ist eine zentrale Stromversorgung aus geografischen Gründen nicht möglich. Familien im Gebirge und in den weit verstreuten Dörfern haben nur schummerige Ölfunzeln. Holz ist Mangelware.

Um die aus den Dörfern geflüchteten Afghanen zur Rückkehr zu bewegen, muss dort ein Mindestmaß an Lebensqualität möglich werden. Erreicht werden kann dies - bei 300 Sonnentagen im Jahr - durch dezentrale Stromversorgung mit Hilfe der Solar-Energie.

Dazu haben in Deutschland wohnhafte Ingenieure aus Afghanistan ein pfiffiges System entwickelt, erprobt und eingeführt. Es besteht aus einem Solar-Paneel mit Akku, welches eine Energiespar-Birne sowie ein Radio speist. Ein 10-fach helleres Licht als durch eine Öllampe ist damit täglich für vier Stunden lang möglich. Zudem gibt der Radioempfang das Gefühl, mit der Welt verbunden zu sein; und zwar ohne den Einsatz teurer und giftiger Batterien, die überall die Gegend verschandeln.

Wir wissen vielleicht kaum noch von den Gesundheitsbelastungen durch Petroleumlampen oder der Gefährlichkeit offenen Lichtes. - Solarlicht vermeidet Kerosin-Gase und Verbrennungsunfälle, welche häufig Kinder treffen. Nachtlicht wäre besonders für die noch existierenden Krankenstationen ein Segen.

Die Solar-Lampe wird äußerst positiv aufgenommen, und der Bedarf ist riesig! – Noch müssen die Solarteile aus China und Deutschland importiert werden. Der Lampenkörper aber wird aus Altblech gebaut und sieht wie eine übliche Öllampe aus. Dies ist in der traditionsbewussten Gesellschaft wichtig.

Die Montage der Einzelteile erfolgt in einer Werkstatt in Kabul. Bei 1.000 Solar-Lampen pro Jahr finden vier Familienväter und vier Lehrlinge Brot und Arbeit. Alle zwei Monate fährt ein Mitglied des “Vereins afghanischer Ingenieure Deutschlands“ in sein Geburtsland, um Nachschub zu liefern und die regenerative Energie voranzubringen.

Beim Verkauf der Lampen in den Dörfern können nur selten die eigenen Kosten gedeckt werden. Bisher wurden 4.500 Lampen abgesetzt. Witwen und andere arme Menschen erhalten ihre Lampe stark preisreduziert.

Nunmehr wird die dezentrale Stromversorgung auch auf andere Bereiche ausgeweitet. So laufen bereits Prototypen für solares Backen, solares Buttern, solares Waschen und solares Früchtetrocknen und zwar in Bedmoschk, dem Heimatdorf des Initiators Dipl.-Ing. M. S. Achtari. Die nötigen Produktionsräume stehen schon im Rohbau bereit und bald wird durch dieses Solarzentrum der Erfolg dezentraler Stromerzeugung offenkundig sein. Das wäre insbesondere auch für die Frauen in diesem unruhigen, aber aufstrebenden Land sehr wichtig.

Bis zum selbsttragenden Betrieb des Solarzentrums fehlen noch 17.000 Euro. Einer Witwe kann für 65 € eine Solarlampe ermöglicht werden.

Spendenkonto-Nr. 12330010 bei der GLS Gemeinschaftsbank (BLZ 430 609 67), Spendenzweck Frauenhilfe Afghanistan. Weitere Infos über www.entwicklungshilfe3.de oder über Arbeitskreis Energie.

Text: Rolf Stiefel
Bild: www.entwicklungshilfe3.de
 

date modified 15-03-2007 09:12
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