Eltinger Straße 2
Eltinger Straße 2 ist ein Wohnstallhaus von 1583. Das Meisterzeichen (M mit Kreuz darüber) deutet auf den 1595 in Gerlingen gestorbenen Zimmermann Melchior Kreytzer hin. Bis zum Jahre 1991 wurde angenommen, es handle sich um das älteste Wohnhaus in Gerlingen. 1991 wurde festgestellt, dass das Haus Kirchstraße 42 im 15. Jahrhundert erbaut wurde und somit älter ist. Vor dem Haus stand früher ein Kettenbrunnen, aus dem das Wasser mit Eimern heraufgeholt wurde.

Sein Nachfolger, ein Pumpbrunnen ("Gomper"), ist älteren Bürgern als "Lemppenaus Brunnen" noch ein Begriff. Lemppenau hieß der Kaufmann, der im Gebäude Eltinger Straße 4 ein Ladengeschäft betrieb.
Eltinger Straße 4 um 1908
Eltinger Straße 5
"Klösterle". Wahrscheinlich bis zur Reformation Sitz von Franziskanerinnen aus Esslingen für Pflege von Kranken und Alten. Hier verlief der westliche Dorfzaun. Das Tor im Zaun hieß Hetzenstiegel.
"Stiegel" bedeutet eine Stelle im Zaun, die von Menschen überstiegen werden konnte, während dem Vieh der Ausgang verwehrt war.
Eltinger Straße 24
Bildstraße
Im Volksmund Bombelhof genannt.
Erste Straße außerhalb Etters nach 1840.
Am Ende der Straße stand das Schafhaus.
Im Straßennamen ist der Flurname "Beim Bild" festgehalten. Wahrscheinlich handelte es sich um ein Feldkreuz, einem Bildstock aus vorreformatorischer Zeit.
Die Bauherren dieser Straße waren nach 1840 erstmals nichtbäuerliche Bürger des ehemaligen Bauern- und Weingärtnerdorfes. Ursprünglich standen hier kleine, eingeschossige Häuser mit nur halb eingetieften Kellern, die einen Staffelaufgang zum Erdgeschoss bedingten. Sie sind heute zum größten Teil nach Bombenschäden aus dem Zweiten Weltkrieg durch Neubauten ersetzt. Bis gegen 1840 durfte nur innerhalb Etters gebaut werden. Diese Vorschrift wurde dann aufgehoben, weil für die stark anwachsende Bevölkerung Platz zum Neubau von Wohnungen beschafft werden musste.
Das Haus Eltinger Straße 24 ist das Modell eines kleinen "Einhauses". Es vereinte Wohnhaus, Scheune und Stall unter einem Dach. Links von der Haustür ist im Verputz die Spur einer früheren Stalltür erkennbar.
Der Name "Bombelhof" existiert nur im Volksmund. In Urkunden heißt der Dorfteil "Auf den Gaiern".
