Veranstaltung im Rathaus

Abschluss Fußverkehrs-Check

Abschlussveranstaltung Fußverkehrscheck Gerlingen
Abschlussveranstaltung des Fußverkehrs-Checks im Rathaus

Als eine von neun ausgewählten Kommunen ist Gerlingen im Sommer dieses Jahres in die "Fußverkehrs-Checks 2017: Lebensqualität gestalten!" des Ministeriums für Verkehr in Baden-Württemberg gestartet. Ziel ist es, die Förderung des Fußverkehrs auf lokaler Ebene voranzubringen und die Belange der FußgängerInnen stärker in das Bewusstsein von Politik und Verwaltung zu rücken.

Abschlussveranstaltung am 21. November

Nach dem Auftaktworkshop im Juli 2017 und zwei Begehungen vor Ort in der Innenstadt und im Stadtteil Gehenbühl im September 2017, fand am 21. November 2017 die Abschlussveranstaltung statt. Neben vielen treuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten auch einige neue Interessierte den Weg in den Sitzungssaal des Gerlinger Rathauses gefunden.
 
In seiner Begrüßung konnte Herr Bürgermeister Brenner auf bereits umgesetzte Fußverkehrs-Maßnahmen in der Kronen- und Brunnengasse verweisen. Dort wurden zur Verbesserung der Barrierefreiheit erst kürzlich Plattenstreifen in das bestehende Kleinpflaster verlegt. In dem nachfolgenden Vortrag (5,424 MB)stellte Frau Spott vom begleitenden Fachbüro Planersocietät die Inhalte und Ergebnisse der Begehungen vor. Hierbei wurden erste Lösungsansätze in den Handlungsfeldern Barrierefreiheit, Querungen, Wegequalitäten, Ruhender Verkehr, Wegebeziehungen, Geschwindigkeiten und Aufenthaltsqualität aufgezeigt und diskutiert.

Vorstellung der Ergebnisse und Diskussion

Insgesamt spreche die Vielzahl an Wegen und Gassen für Gerlingen, die ausschließlich Fußgängern zur Verfügung stehen. Eine Seltenheit sei außerdem die Tempo-30-Zone in der Innenstadt. Zudem sei hier die hochwertige Gestaltung des öffentlichen Raums hervorzuheben. Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt werde jedoch durch große Kfz-Mengen beeinträchtigt. Nachholbedarf sieht die Planersocietät außerdem beim Thema Gehwegparken in den Wohngebieten und bei der insgesamt mangelnden Barrierefreiheit.

Auch der zunehmende Radverkehr führe vermehrt zu Konflikten, insbesondere mit älteren Fußgängern. Frau Spott betonte, dass es sich bei den möglichen Maßnahmen nicht um eine Gesamtlösung für Gerlingen handle. Die Erkenntnisse für die Gerlinger Innenstadt und den Gehenbühl beruhten allein auf der subjektiven Wahrnehmung der Teilnehmer und nicht auf detaillierten Verkehrsuntersuchungen.
 
In der abschließenden Diskussion bekamen alle Teilnehmer die Möglichkeit, weitere Anliegen vorzubringen. Die Vorschläge reichten von verstärkten Verkehrskontrollen in den Wohngebieten über eine autofreie Fußgängerzone in der Innenstadt und die Errichtung von Hol- und Bringzonen an Kindertagesstätten bis hin zur Schaffung von Spielangeboten für Kinder in der Innenstadt.

Wie geht es weiter?

Der Abschlussbericht zum Fußverkehrs-Check wird der Stadt Gerlingen Anfang 2018 vorgelegt. Stadtbaumeister Thomas Günther sieht als erste Aufgabe der Stadtverwaltung die Priorisierung der darin vorgeschlagenen Lösungen. Einfache Maßnahmen sollen möglichst schnell angegangen werden. Auch für aktuell laufende Planungen, wie die Umgestaltung des Maximilian-Kolbe-Platzes, liefere der Abschlussbericht wertvolle Hinweise.

Der Fußverkehrs-Check wird als wichtige Grundlage außerdem ins Handlungsfeld „Mobilität und Verkehr“ des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts eingehen, das Mitte November 2017 mit der Bürgerbefragung gestartet ist.

Zur Verstetigung der kommunalen Fußverkehrsförderung empfiehlt die Planersocietät die Strukturierung durch ein umfassendes Fußverkehrskonzept mit konkreten Zielen und Maßnahmen. Verwaltungsintern könne ein Beauftragter für Nahmobilität eingesetzt und ein eigener Haushaltstitel eingerichtet werden. Ein „Runder Tisch Fußverkehr“ als Informations- und Kommunikationsgremium für Engagierte und Betroffene sowie Öffentlichkeitsarbeit mit Aktionstagen sind weitere Anregungen. Vor Ort, so Frau Spott, solle man kreativ sein und erst einmal provisorische Lösungen ausprobieren, um die Akzeptanz und den Sinn konkreter Maßnahmen zu prüfen.

Danksagung

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Bürgermeister Georg Brenner bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihr Engagement und betonte, dass die Rückbesinnung auf die natürlichste Art der Fortbewegung entscheidend zum Wohlfühlfaktor in einer Stadt beitrage.

(Erstellt am 04. Dezember 2017)

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