Schiller und Gerlingen

Schillers Spuren in Gerlingen

Friedrich_Schiller
Friedrich Schiller (Pastell von Ludovike Simanowitz) und seine Mutter Elisabetha Dorothea Schiler geb. Kodweiß

Friedrich von Schiller kam am 16. Januar 1773 von Ludwigsburg als Zögling in die Ho­he Karlsschule auf die Solitude und war dort kasernenähnlich untergebracht. Die Bewohner der Solitude gehörten damals kirchlich zu Gerlingen. Die Karlsschule zog mit den Schü­lern am 18. November 1775 nach Stuttgart in den Neubau im Akademiengarten (die Schule wurde auch Karls-Akademie ge­nannt) hinter dem Neuen Schloss. Im Zwei­ten Weltkrieg ist das Gebäude zerstört wor­den. Dort ist jetzt eine freie Fläche.

Kurz nach dem Umzug der Karlsschule nach Stuttgart zogen Schillers Eltern auf die So­litude. Johann Caspar Schiller brachte von Ludwigsburg 4.000 Obstbäume mit und leg­te auf Gerlinger Markung eine große Baumschule an. Die Baumschule umfasste 7 Hektar und reichte von der heutigen Fachklinik Schil­lerhöhe über die heutigen Sportplätze der KSG bis zur Einmündung der Panoramastra­ße in die Wildparkstraße. Die Sportplätze der KSG befinden sich damit auf histori­schem Boden.

Johann Caspar Schiller starb am 7. Sep­tember 1796 auf der Solitude im Kavaliers­haus Nr. 16. Dort wohnte Familie Schiller während der letzten zwei Jahre ihres Auf­enthalts auf der Solitude. Er wurde am Chor der Petruskirche bestattet.

Alle drei Schwestern Friedrich von Schillers haben einen direkten Be­zug zu Gerlingen: Seine Schwester Christo­phine heiratete in der Gerlinger Petruskirche den Bibliothekar Reinwald, seine Schwester Luise heiratete Pfarrer Frankh, den sie als Vikar In Gerlingen kennen­lernte, seine Schwester Nanette ist neben ihrem Vater an der Petruskir­che begraben.

Schillerschwestern
Die Schwestern von Friedrich Schiller: Elisabetha Christophina, Louise, Christiane Karoline Schiller, genannt "Nane"

Der Verein für Hebung des Frem­denverkehrs in Gerlingen erstellte 1908 in der Nähe der ehemaligen Obstbaumschule Johann Caspar Schillers einen Gedenkstein mit ei­nem Marmorrelief des Dichters, ge­schaffen von Gottfried Ludmann. Auf der Rückseite des Schiller­steins wurde in den 50iger Jahren ein Bronzerelief von Prof. von Graevenitz angebracht. Dieses Re­lief zeigt Friedrich Schiller bei der ersten Lesung seiner „Räuber" vor Freunden im Stuttgarter (nicht im Gerlinger) Bopserwald.

Das in un­mittelbarer Nähe eröffnete Gast­haus wurde „Kurhaus Schillerhöhe" genannt, der Name wurde auch auf den neuen Ortsteil übertragen.

1988 wurde in der Kirchstraße der Schillerbrunnen von dem interna­tional bekannten Bildhauer Jürgen Goertz geschaffen. Mit diesem Brunnen sollen die großen Ver­dienste von Johann Caspar Schiller lebendig gehalten werden.

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