Geschichte

Woher kommt der Name Gerlingen?

Unsere Gegend wurde um 260 von den Alamannen endgültig in Besitz genommen. Dieser Volksstamm löste die Römer ab, die vorher hier ansässig waren. Die Nachkommen der damals in unsere Gegend kommende Alamannen leben noch heute hier. Nach der Schlacht bei Zülpich im Jahre 496 n. Chr. kamen die Franken ins heutige württembergische Gebiet.

Lange Zeit ging man davon aus, dass alle auf -ingen endenden Orte alamannische Gründungen, alle auf -heim endenden Orte fränkische Gründungen seien. Zwischenzeitlich wurde durch Grabungen festgestellt, dass zahlreiche - heim Orte alammanische Gründungen sind, die später zu fränkischen Siedlungen wurden. Die historische Forschung geht heute davon aus, dass die -ingen Orte die Zugehörigkeit der am Ort lebenden Menschen zu einer Person darstellen. Die -heim Orte verbindet eine am Ort lebende Person mit ihrer Sippe (also ihren Angehörigen).

Die namensgebende Person war in Ditzingen ein Titzo, in Münchingen ein Municho, in Heimerdingen ein Heimrad, in Eltingen ein Alto, in Rutesheim ein Routmar, in Mönsheim ein Megino usw. Das Gerlingen zuzuordnende alamannische Sippenoberhaupt hieß Gero. Frühere Vermutungen, der Ortname könne sich von einer Gräfin namens Gera ableiten, die der Gemeinde den großen Waldbesitz gestiftet haben soll, konnten nicht nachgewiesen werden. 

Der Gerlinger Ortsname zeigt sprachgeschichtlich, dass es sich hierbei um "die Siedlung der Leute des Gero" handelt. Im Gegensatz dazu ist Rutesheim "die Siedlung (das Heim) des Routmar und seiner Sippe". 

797- die Geburt Gerlingens

Der erste Nachweis Gerlingens findet sich in einer Urkunde des Klosters Lorsch aus dem Jahre 797. Gerlingen kann also auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken. Bis 1945 die Geschichte eines Dorfes, danach entwickelte sich durch die Geschehnisse nach dem Krieg und die weitere Entwicklung die Zahl der Einwohner von damals 4.000 auf heute circa 19.200.

Ein neues Element in die Einwohnerstruktur Gerlingens brachten die 2000 vertriebenen Ungarndeutschen, vorwiegend aus dem Dorf Zsámbék bei Budapest, die 1946 in Gerlingen eine neue Heimat gefunden haben. Sie und ihre Nachkommen sind zu einem wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil unserer Bevölkerung geworden. 

Die Vertriebenen bzw. ihre Nachkommen pflegen, unterstützt von der Stadt, bewusst ihr geschichtliches Kulturgut. Das Ungarndeutsche Heimatmuseum, untergebracht im Stadtmuseum, ist ein Beispiel dafür. Gerlingen hat seit 1969 die Patenschaft der LDU (Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn).

Bis zum Jahre 1942 gehörte auch das Schloss Solitude mit einem beträchtlichen Waldanteil zum Gebiet der Gemeinde Gerlingen.

Gerlingen unterhält seit 1964 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Vesoul. Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Tata, seit 1988 mit der nordenglischen Stadt Seaham.

Am 30. Juni 1958 ist Gerlingen durch Beschluss der Landesregierung Stadt geworden. Einwohnerzahl (damals 10.500), Siedlungsstruktur und der hohe kulturelle und wirtschaftliche Stand der Stadt haben diesen Beschluss gerechtfertigt. Die Aufwärtsentwicklung Gerlingens war damit keineswegs abgeschlossen, vielmehr hat sie erst in den Folgejahren richtig eingesetzt. Rings um das ehemalige Dorf sind neue Siedlungen entstanden.

Das Zentrum der Stadt hat mit Rathaus, Stadthalle, Hallenbad und Bürobauten ein neues, städtisches Aussehen bekommen. Dem ging ein städtebaulicher Wettbewerb zur Gestaltung der Stadtmitte voraus. Die wurde inzwischen von der Bevölkerung angenommen. Das zeigt sich beispielsweise beim Markt an den Samstagvormittagen und beim jährlichen Straßenfest. Auch die neuen raumbildenden Plätze haben ihren Reiz.

Heute ist Gerlingen Sitz zahlreicher Unternehmen. Neben vielen mittelständischen Betrieben haben auch große Firmen von Weltrang in Gerlingen ihren Standort gefunden.

Die junge Stadt leugnet jedoch nicht ihre dörfliche Vergangenheit, sie nimmt sich ihrer vielmehr mit Liebe an. Nehmen Sie sich einmal Zeit und begeben Sie sich auf die historischen Spuren Gerlingens.

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